Darum solltest du öfter mal alleine sein

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Du kennst das sicherlich auch: Eigentlich möchtest du entschleunigen oder mal alleine sein, doch dein Terminkalender füllt sich immer wieder wie von selbst. Aus Angst etwas zu verpassen, hast du Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen. Dabei ist ein Ausbruch aus der täglichen Routine gar nicht so schwer. Hier erfährst du, wie es geht – und welche Geschenke du dafür erhältst.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war es noch nicht selbstverständlich, jederzeit erreichbar zu sein. Doch wenn ich mich heute umschaue, sehe ich vor allem gestresste Menschen an Telefonen. Eine Frage beschäftigt mich immer wieder: Wann laden diese Menschen eigentlich ihre eigenen Akkus wieder auf? Ich brauche immer wieder die Ruhe und liebe es, auch mal alleine sein zu können. Schon als Kind habe ich mich gerne mal in mein Zimmer verzogen und alleine vor mich hin gebastelt und so mental Kraft getankt.

Verordne dir das Alleine sein

Weißt du noch, wann du das letzte Mal ganz alleine warst? Für mindestens einen Tag analog? Ohne Ablenkung und Technik, mit dir selbst glücklich und verbunden? Der erste Schritt ist ganz einfach: Nimm deinen Kalender und trage für jeden Tag den wichtigsten Termin überhaupt ein: Ein Date mit dir selbst!

Probiere das Alleine sein doch einmal aus – und erhalte diese fünf einzigartigen Geschenke für mehr Kraft im Alltag:

1. Ruhezone im Kopf
Jedes Gehirn braucht zwischendurch Zeiten, in denen es nicht stimuliert wird – auch deins! Im Prinzip ist es wie bei einem Muskel: Wird dieser permanent beansprucht, kommt der Kater garantiert. Und wenn unsere Gedanken ständig kreisen, also durch die ständige Reizüberflutung in unserer Umgebung, fällt es uns schwer, wirklich mal gedanklich den Stecker zu ziehen. Das Resultat: Wir werden irgendwann unkonzentriert, müde und ausgelaugt.

Nicht das Multitasking macht dich effektiv: Wirkliche Produktivität entsteht erst durch Singletasking und aus der Ruhe heraus. Nur so kannst du wirklich entschleunigen. Auch ich ertappe mich immer mal wieder dabei, zuviel auf einmal zu wollen. Meist endet das im Chaos, Innen wie Außen. Ich habe gelernt, dass es mir hilft, mich auf eine einzige Sache zu fokussieren. Wenn ich mir zum Beispiel einen Tee koche, beschäftige ich mich mit nichts anderem und gönne ich mir in der Wartezeit einen kurzen Augenblick der Ruhe. Ich merke das sofort: mein Kopf ist klarer, ich bin weniger gestresst und treffe Entscheidungen leichter.

2. Kreativität der Sinne
Nur die wenigsten schaffen es, in stressigen Situationen permanent gute Ideen zu produzieren. Kein Wunder: Stress ist der Kreativitätskiller Nummer eins. Kreativität kann nicht zwischen Tür und Angel fließen, sie braucht Raum und Zeit, um sich zu entfalten. Wie soll ein kreativer Geistesblitz entstehen und reifen, wenn du tausende Gedanken gleichzeitig hast?

Wenn mein Kopf schwirrt, hilft mir Bewegung. Das kann ein Spaziergang mit dem Hund, das Kiten, oder eine Runde Yoga sein. Das ist meine perfekte Ich-Zeit und es kommt nicht selten vor, dass ich genau dann – im Moment des Loslassens – einen tollen kreativen Einfall habe. Vielleicht hast du aber auch Lust, mal etwas Kreatives anzufangen, was du schon lange mal ausprobieren wolltest? Jetzt ist der beste Moment dazu.

3. Mut für Veränderungen
Wenn alles möglich wäre und du nicht scheitern könntest: Was würdest du dann machen? Es lohnt sich, über diese Frage mal etwas genauer nachzudenken. Es müssen auch nicht immer große Veränderungen sein, die dich raus aus deiner Komfortzone bringen. Auch kleine Veränderungen weiten deinen Horizont. Wie wäre es, wenn du häufiger mal Nein, statt Ja sagst? Auch das ist eine mutige Veränderung, die banal klingt, aber große Auswirkungen auf dein Leben hat.

Fange an, zu hinterfragen, was dir gut tut, oder wozu du wirklich Lust hast. Versuche, in deinem Tempo, kleine Veränderungen einzuführen. Sei nachsichtig mit dir, wenn es mal nicht sofort klappt. Bis sich eine neue Gewohnheit etabliert hat, dauert es eine Weile und es ist tägliches Üben erforderlich. Doch der Mut zur Veränderung lohnt sich! Worauf wartest du?

4. Sensibilisieren von Körper, Geist und Seele
Der Grund, weshalb so viele Menschen Angst vor dem Alleine sein haben, ist klar: Häufig nehmen Probleme, Sorgen und andere negative Gedanken einen großen Raum ein. Dabei sind besonders genaues Hinhören und Hinsehen tolle Möglichkeiten, die innere Balance wieder zu finden und ganz persönlichen Stress abzubauen. Und das geht, wie im ersten Punkt beschrieben, eben am besten ohne Ablenkung. Hör hin: Was möchte dir deine feine Seele in solchen Momenten sagen?

Eine Übung, die ich immer dann praktiziere, wenn ich merke, dass doofe Gedanken aufkommen oder ich auf irgendwas wütend werde: Ich halte inne und klinke mich kurz aus allem aus. Mein Mann und ich haben ein Codewort vereinbart, damit er dann bescheid weiß. Ich gebe mir also die Zeit, in diese doofen Gedanken oder den Schmerz hineinzufühlen. Wo sitzt er im Körper? Warum bekomme ich einen Kloß im Hals oder schnürt sich mir mein Bauch zu?

Ich nenne dies “liebevolles Hinwenden”, denn es bringt mich näher in Kontakt mit mir selbst. Als nächsten Schritt entscheide ich mich ganz bewusst dafür, die Gedanken loszulassen und höre auf, die jeweilige Situation automatisch negativ zu bewerten. Im Austausch bekomme ich dafür ein wunderbares Geschenk: inneren Frieden!

5. Zeit für dich
Vielleicht fühlt sich das Alleine sein für dich im ersten Moment einsam an. Keine Sorge: Übung macht den Meister. Je häufiger du das Alleine sein übst, desto schneller verabschiedet sich dieses Gefühl der Einsamkeit. Auch die Furcht, etwas zu verpassen oder nicht dazuzugehören, ist absolut unbegründet. Keiner denkt, dass du keine Freunde hast, nur weil du mal für dich sein willst.

Ist es dir überhaupt wichtig, was andere von dir denken? Und vor allem: Weißt du wirklich, was andere von dir denken oder interpretierst du nur etwas hinein? Wahrscheinlich inspirierst du mit deinem neuen und ehrlichen Verhalten sogar dein Umfeld. Denke daran: Du hast immer die Wahl, wie du die Situation betrachtest. Also lasse doch dein aufkommendes Gedankenkino gar nicht erst zu.

Zeit mit dir selbst zu verbringen, kann im ersten Moment ungewohnt sein. Du wirst aber schnell merken, wie wertvoll diese fünf Geschenken an dich selbst im Alltag sind.

Kannst du gut alleine sein? Schreibe mir doch deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Foto: Azrul Aziz

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Aleine sein, Stefanie Adam, www.feineseele.de

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4 comments

  1. Ich habe gelernt, dass meine Emotionen, meinem Hirn nicht hinterher kommen, wenn ich mir nicht ab und zu die Ruhe gebe und Eindrücke verarbeite. Du hast die Geschenke hübsch auf den Punkt gebracht

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