Schaum ohne Shampoo: Haare waschen mit Seife

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Für mich haben viele Inhaltsstoffe nichts im Shampoo zu suchen. Auf der Suche nach Alternativen, geht es im dritten Teil meiner Serie Haare waschen ohne Shampoo daher um das Haare waschen mit Haarwaschseife.

Solltest du meine Einleitung zu diesem vierteiligen Test verpasst haben, kannst du in meinem Artikel Haare waschen ohne Shampoo: mein Langzeittest nachlesen, warum du überhaupt auf No-Poo umsteigen solltest und was das genau ist.

Haare waschen mit Haarwaschseife

Haarwaschseifen sind eine weitere wunderbare Möglichkeit, seine Haare natürlich und umweltschonend zu waschen. Denn viele Seifen sind biologisch abbaubar, sehr ergiebig und reinigen besonders schonend. Die bekannteste Haarwaschseife ist die Alepposeife.

Im Gegensatz zu kalt gerührten Seifen, wird die Alepposeife gekocht: Wasser, Soda und Öl wird in großen Kesseln auf 200 Grad erhitzt. Diese Mischung wird dann so lange gerührt, bis das Olivenöl vollständig in die Bestandteile Glyzerin und das Natriumsalz des Olivenöls zerfällt. Dabei wird kurz vor Ende des Verseifungsprozesses das Lorbeeröl hinzugefügt.

Die Lauge wird nach dem Kochen vollständig abgelassen und die Seife so lange mit klarem Wasser gewaschen, bis sie vollständig laugenfrei ist. Im Anschluß muß die Alepposeife mindestens sechs Monate lang reifen, bevor sie in den Handel kommt. Das erklärt die unterschiedliche Farbgebung innen und außen, sowie den weichen Kern.

Feine Zutaten

Schaut man auf die Zutatenliste guter Haarwaschseifen, so findet man ausschließlich natürliche Zutaten und Öle. Die Seifen sind frei von Zusatzstoffen, Palmöl, künstlichen Aromen oder Konservierungsstoffen.

Alepposeife, zum Beispiel, besteht aus reinem Olivenöl und einem kleinen Anteil Lorbeeröl. Da sowohl Oliven, als auch Lorbeeren in Syrien wachsen, ist die Qualität besonders hochwertig. Das Olivenöl besitzt zudem viele ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E: Es wirkt daher austrocknend. Lorbeeröl hingegen wirkt feuchtigkeitsspendend. Generell gilt: Je höher der Olivenölanteil, desto eher eignet sich die Seife für fettiges Haar. Je höher der Lorbeerölanteil, desto rückfettender ist die Seife.

Haarwaschseifen bekommt du zum Beispiel hier:

 Wasser marsch

Da jedes Haar anders ist, solltest du dich durch verschiedene Seifen testen. Einige werden dein Haar eher austrocknen, andere nicht. Möchtest du eine Alepposeife benutzen, fange mit einem niedrigen Anteil Lorbeeröl – zum Beispiel 4-12% – an und steigere ihn dann. Braucht deine Haut mehr Feuchtigkeit, könnte ein Lorbeerölanteil von 32% für dich richtig sein. Einige Hersteller bieten Testsets mit unterschiedlichen Seifen an. Ich nutze das gerne, denn jeder Haartyp reagiert anders.

Einige Seifen sind unhandlich und groß – hier kannst du einfach ein Stück abschneiden und den Rest in ein Stück Backpapier einschlagen und im Schrank aufbewahren. Meine Seifen lagere ich übrigens auch gerne im Wäscheschrank.

Und los geht’s:

  • Das Haar komplett durchnässen.
  • Seife in der Hand aufschäumen.
  • Die Seife in Drehbewegungen auf die Kopfhaut einmassieren.
  • Mit den Fingern das gesamte Haar aufschäumen.
  • Vorsicht: Haarwaschseife brennt in den Augen.
  • Dann die Haare gründlich ausspülen.
  • Bei einigen Haartypen muss das Einseifen noch einmal kurz wiederholt werden.

Nach der Wäsche

Hier kommt es auf die Haarwaschseife an. Alepposeifen rauhen die Haare etwas auf, daher empfehle ich dir im Anschluß an die Haarwäsche eine saure Rinse. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Seifen von Savion zum Beispiel auch wunderbar ohne Rinse auskommen. Sollte dein Wasser allerdings sehr kalkhaltig sein, empfehle ich dir unbedingt die saure Rinse.  Das Kalk wird neutralisiert und alle Seifenreste aus deinem Haar gewaschen.

Wie schon im ersten Teil Shampoo-Alternativen: Haare waschen mit Natron beschrieben, bevorzuge ich die Essigrinse. Durch die Rinse wird die PH-Balance der Kopfhaut wieder hergestellt und die Schuppenschicht geschlossen. Die Folge: Deine Haare glänzen toll.

Mische dazu 1 EL Apfelessig mit 500 ml Wasser. Je kälter das Wasser ist, desto effektiver ist die Rinse.

Haare spülen:

  • Die Rinse nach der Wäsche über die Haare schütten.
  • Sie kann im Haar verbleiben, oder mit etwas kaltem Wasser nachgespült werden – was ich bevorzuge.
  • Anfangs riecht es etwas nach Essig – der Geruch verfliegt beim trocknen.
  • Die Natronwäsche sollte nicht zu häufig angewendet werden, da sie die Haare austrocknen kann.
  • Vorsicht bei gefärbten oder gesträhnten Haaren: Dauerhaft verwendet kann Natron die Farbe entziehen.

Vorteile von Haarwaschseife:
Das Waschergebnis von Haarwaschseife ist toll. Da es eine Vielzahl an Haarwaschseifen gibt, hilft nur probieren. Unterwegs oder beim Sport ist Haarwaschseife super handlich. Hochwertige Seifen sind biologisch abbaubar, nachhaltig und es fällt wenig bis kein Verpackungsmüll an.

Nachteile:
Je nach Haartyp kann Haarwaschseife die Haare austrocknen. Der Geruch von purer Alepposeife ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Ein weiterer Minuspunkt sind die weiten Transportwege von Alepposeifen.

Tipps

  • Sollte dein Wasser sehr kalkhaltig sein, kann das Ergebnis beeinträchtigt werden. In diesem Fall empfehle ich dir einen Duschkopf mit Kalkfilter.
  • Haare waschen ohne Shampoo funktioniert auch beim Friseur: Nimm dir doch einfach ein Stück Haarwaschseife mit – die meisten Friseure finden es sehr spannend und sind begeistert vom Ergebnis. Meine Friseurin ist begeistert von der Griffigkeit und der positiven Verwandlung meiner Haare in den letzten Jahren.

Du siehst, Haare waschen muss nicht teuer sein und kommt ganz ohne Chemie aus. Sicher ist es anfangs etwas ungewohnt, eine Seife zu benutzen. Daran gewöhnt man sich allerdings schnell – gerade im Hinblick auf weniger Plastik im Haushalt. In der nächsten Folge teile ich meine Erfahrungen mit Roggenmehl.

Alle Folgen der Artikelserie Haare waschen ohne Shampoo im Überblick:

Einleitung: mein Langzeittest
Erste Folge: Natron
Zweite Folge: Lavaerde
Dritte Folge: Haarwaschseife
Vierte Folge: Roggenmehl + Fazit

Erzähle mir doch von deinen Erfahrungen mit Haarwaschseife in den Kommentaren. Ich bin sehr gespannt und immer offen, Haartechnisch Neues auszuprobieren. Und solltest du jemanden kennen, den das auch interessieren könnte – ich würde mich riesig freuen, wenn du diesen Artikel teilst.

Foto: Stefanie Adam

Dies ist eine überarbeitete Version, da sich der Fehlerteufel eingeschlichen hatte.

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Haare waschen mit Haarwaschseife, Stefanie Adam, www.feineseele.de

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2 comments

  1. Hi Steffi!
    Ich hab grad deine Seite entdeckt und dort zum ersten mal gelesen, dass die Alepposeife ohne Lauge hergestellt wird, es also eine Seife total ohne Chemie ist. Diese Info wollte ich gleich weitergeben und auch die Seite, wo ich die Seife gekauft habe. Als ich dann die Verpackung meiner Alepposeife (Original von Zhenobya) nach dem Vertrieb absuchte, habe ich bei den Inhaltsstoffen “Sodium Hydroxide” gelesen. Im Internet hab ich dann herausgefunden, dass es zwar mineralischen Ursprungs ist, aber eben auch eine Lauge, also Natriumhydroxid. Du hast aber geschrieben, dass die Alepposeife nur durch Kochen gewonnen wird. – Wie passt das zusammen bzw. woher hast du die Info des Kochens ohne Lauge?
    Liebe Grüße,
    Johanna

    1. Liebe Johanna, Danke dir für deinen Hinweis. Mir ist dabei aufgefallen, dass sich der Fehlerteufel eingeschlichen hatte. Ich habe den Artikel gerade entsprechend verändert.

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