Minimalistischer Kleiderschrank: Höre auf, so viel zu kaufen

minimalistischer Kleiderschrank Stuhl mit Klamotten

Jeden Morgen die Qual der Wahl: Was ziehe ich an. Im Schrank sind so viel Teile, die schon seit Jahren nicht mehr getragen wurden. Ein minimalistischer Kleiderschrank hilft dir dabei, dich morgens schneller zu entscheiden und deine Aufmerksamkeit auf wichtigere Dingen zu lenken. So geht’s.

Ich gehöre zu den Menschen die sich klamottentechnisch morgens manchmal nicht entscheiden können. Am liebsten hätte ich nur ein einziges Outfit in mehrfacher Ausführung in meinem Kleiderschrank. Leider ist es für mich nicht praktikabel, da jeder Tag bei mir anders ist. Aber würde ich täglich ins Büro gehen, hätte ich schon längst meine Business-Uniform.

Uniformiert

Schon Steve Jobs hat es uns vorgemacht – die Apple-Uniform: schwarzer Rollkragenpullover, Levis 501 und Sneaker von New Ballance. Inspiriert wurde er bereits in den 80ern durch einen Besuch bei Sony in Japan. Von dessen Designer Issey Miyake ließ sich auch Jobs für sein eigenes Unternehmen eine Uniformjacke schneidern. Seine Mitarbeiter waren allerdings nicht zu überzeugen, diese Uniform einzuführen. So war Jobs der Einzige, der dazu überging, seinen ganz persönlichen Einheitslook zu tragen. Er hat sich einfach davon befreit, was andere über ihn denken: Chapeau, Steve, für deinen Mut.

Minimalistischer Kleiderschrank

Ob du nun zur Alltagsuniform übergehst, oder dir einen minimalistischen Kleiderschrank zulegst: Ich habe ein paar Fragen für mich entwickelt, die ich vor jedem Kauf innerlich abklopfe – und die dir auch helfen können, unnötiges Shoppen zu vermeiden. Mein Kaufverhalten hat nichts mit Geiz zu tun.

Ich möchte jedoch nur noch Klamotten besitzen, in denen ich mich wirklich wohl fühle und die ich auch anziehe – echte Lieblingsteile eben. Denn Lieblingsteile haben eine Menge mit deiner Persönlichkeit zu tun. Vielleicht ist das zu extrem für dich und du liebst deine 50 paar Schuhe. Das ist fein. Aber womöglich hast du Lust, dein Kaufverhalten mal zu hinterfragen.

Zur Vorbereitung macht es Sinn, folgendes zu tun:

Ex und Hopp
Sortiere im großen Stil aus. So hast du einen besseren Überblick. Überlege dir, wie minimalistisch dein Kleiderschrank werden soll und womit du dich wohl fühlst. Mein idealer Kleiderschrank zum Beispiel besteht nur aus Lieblingsteilen, ich bin auf einem guten Weg dahin. Hier kannst du lesen, wie meine Definition von Minimalismus sonst so aussieht und wobei sie mir hilft.

Überlisten
Mach zu allererst ein Status quo von deinem Kleiderschrank. Nimm dir dein Handy und schreibe dort in den Notizen die Teile auf, die dir wirklich fehlen und die du brauchst. So hast du deine Liste auch unterwegs immer zur Hand.

Farbwahl
Überlege dir, welche Farben du magst und welche dir gut stehen. Meine gesamte Garderobe hat eine ähnliche Farbwelt. Und das bedeutet herrlich monochrom: grau, schwarz, weiß mit ein paar farbigen Akzentuierungen oder Mustern. Mein Mann nennt es fröhliches grau, aber für mich hat das den Vorteil, dass ich dadurch eine zeitlose und minimalistische Garderobe habe.

Außerdem reise ich gerne nur mit Handgepäck – und so passen auch wenige Teile farblich gut zusammen, ohne dass ich aussehe, wie ein bunter Paradiesvogel. Auch wenn ich Paradiesvögel sehr gerne mag.

Shoppen zählt nicht zu meinen Leidenschaften, ab und zu bin ich jedoch auch in Geschäften unterwegs. Vor jedem Kauf stell ich mir im Laden immer wieder dieselben Fragen. Beantworte ich nur eine einzige Frage mit nein, bleibt das Teil im Laden hängen. Sicher, so schaffen es relativ wenig Teile durch meine harte Tür. Das hat aber den großen Vorteil, dass ich mich fast ausschließlich mit Dingen umgebe, die ich wirklich liebe. Hinzu kommt, dass ich nur Sachen besitzen möchte, die ich auch nutze – in allen Bereichen.

So, meine fünf Fragen für einen minimalistischen Kleiderschrank lauten also:

1. Brauche ich das wirklich?
Nimm dafür deine Handyliste zur Hand und prüfe, ob es sich darauf befindet. Tut es das nicht, überlege, ob es ein Teil der Liste ersetzen könnte.

2. Werde ich es mindestens zwei mal im Monat anziehen?
Sei streng mit dir, sonst ist dein Schrank schneller wieder voll als du gucken kannst. Eine Ausnahme bilden hier ein bis zwei Outfits für festliche Gelegenheiten, die ja nicht so oft stattfinden.

3. Wird es ein Lieblingsteil?
Werde ich es auch in einem halben Jahr noch mögen? Höre in dich rein: was sagt dein Bauchgefühl dazu?

4. Möchte ich mich nur belohnen oder bin ich gerade gelangweilt?
Wir alle kennen Frustkäufe. Vielleicht redest du dir aber auch nur ein, dass du dieses neue Teil gerade verdient hättest.

5. Habe ich schon ein ähnliches Teil mit der selben Funktion?
Nun mal Hand aufs Herz: Brauchst du wirklich fünf paar Turnschuhe?

Diese Fragen helfen dir, keine unüberlegten Käufe mehr zu tätigen und nicht mehr so viele Teile anzuhäufen, die ungenutzt herum liegen. Der Clou: Du sparst Geld, Zeit und gehst mit weniger Ballast durchs Leben. Außerdem leistest du damit deinen Beitrag weg von der Konsumgesellschaft. Worauf wartest du noch? Und solltest du noch nicht wissen, welcher Typ du bist, mach doch meinen Persönlichkeitstest “Welcher Typ bist du – und wie kann dein Zuhause dir Kraft spenden?”.

Nun zu dir und deinem minimalistischen Kleiderschrank: helfen dir meine Tipps, nicht mehr so viele unüberlegte Käufe zu tätigen?

Foto: Stefanie Adam

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Minimalistischer Kleiderschrank, Stefanie Adam, www.feineseele.de

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