Hohe Erwartungen – und wie sie gehen dürfen

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Manchmal sind wir sehr schnell mit einer Meinung. Wir treffen Menschen oder erleben Situationen die uns bekannt vorkommen, schon ist unser Urteil gefällt. Wir “wissen” was wir zu erwarten haben – und werden dann häufig enttäuscht. Das muss nicht sein: Um unseren Blick und Geist immer wieder für neue Dinge zu öffnen, müssen wir lernen, hohe Erwartungen und negative Gedanken loszulassen. Mit dieser kleinen Übung für zwischendurch schaffst du Platz in deinem Geist und es gelingt dir der Perspektivwechsel in kurzer Zeit.

Gibt es auch bei dir Tage, an denen du genervt bist und hohe Erwartungen an andere hast?

Es ist ganz natürlich, Erwartungen zu haben. Wir freuen uns auf einen Spaziergang, weil der letzte so toll war. Wir gehen in ein bestimmtes Restaurant, weil wir dort schon einmal fantastisch gegessen haben – und genau dieses Erlebnis erwarten wir erneut. Leider funktioniert das auch in die negative Richtung. Vielleicht sind auch in deinem Kopf feste Bilder verankert, wie sich andere Menschen deiner Meinung nach verhalten sollen. In der Vergangenheit hast du bestimmte Situationen erlebt und bewertest entsprechend neue Erlebnisse nach dem alten Muster – so sind deine hohen Erwartungen entstanden. Passiert dir jetzt eine ähnliche Situation, läuft das gelernte Programm unbewusst ab. Häufig verhalten sich die Anderen aber gerade nicht so, wie wir uns das so schön ausgemalt hatten, was zwangsläufig zu Enttäuschungen führt.

Doch was drückt das Wort Erwarten eigentlich aus?

  1. Die Vorsilbe Er kündigt den Beginn eines Geschehens an: Ich werde mein Ziel er-reichen.
  2. Das Verb warten beschreibt die Tätigkeit bis zur Verwirklichung: Bis ich mein Ziel erreicht habe, kann ich abwarten und muss nichts mehr dafür tun.

Somit ist klar, dass hohe Erwartungen eine Menge bewussten oder unbewussten Druck erzeugen. Dem Anderen wird von uns automatisch eine bestimmte Rolle zugewiesen. Dieser hat so nur zwei Möglichkeiten zu reagieren: mit Widerstand oder mit Anpassung. Aber auch an dich selbst können deine Erwartungen hoch sein: Enttäuschungen sind dann vorprogrammiert und das Leben fühlt sich häufig schwer an.

So wirst du hohe Erwartungen los – an andere und an dich selbst

  • Akzeptiere erst einmal, dass deine Erwartungen da sind und triff dann bewusst die Entscheidung, dass sie nun gehen dürfen.
  • Schreibe jede einzelne Erwartungshaltung auf. Das kann etwas dauern, also nimm dir Zeit dafür und sehe diese Zeit als Geschenk für dich selbst.
  • Stell dir eine bunte Luftballontraube vor. An jeden Ballon hängst du imaginär eine Karte mit einer deiner Erwartungshaltungen.
  • Lehne dich zurück und nimm ein paar tiefe Atemzüge. Bei jedem Ausatmen lässt du einen einzelnen Ballon im Geist fliegen. Visualisiere, wie er in die Höhe steigt, sich im Wind bewegt, davonfliegt – und du ihm hinterherschaust.
  • Wenn alle Ballons in der Luft sind, bedanke dich bei deinen hohen Erwartungen: sie haben dir geholfen, zu wachsen.
  • Fühle in dich rein: Merkst du, dass es sich leichter anfühlt?

Es kann sein, dass du mehrere Anläufe brauchst, vielleicht wollen einige Ballons auch einfach nicht wegfliegen. Übe einfach weiter und denk immer daran: Auch an dich selbst solltest du nicht zu hohe Erwartungen haben. Mehr noch: Es wird auch leichter sein, mit anderen Menschen umzugehen, wenn du keine hohen Erwartungen hast. Probier es doch einfach mal aus!

Ertappst du dich auch manchmal dabei? In welchen Situationen hast du hohe Erwartungen an andere?

Foto: karosieben

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Hohe Erwartungen, Stefanie Adam, www.feineseele.de

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